Befragung unter den Managerinnen und Managern der Öko-Modell- und Bio-Muster-Regionen Deutschlands

Im Rahmen des Projektes BIOWER wurde im Juni/Juli 2024 eine Online-Umfrage unter den 109 Managerinnen und Managern der 75 Öko-Modell- und Bio-Musterregionen (ÖMRs) Deutschlands in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Die Umfrage lieferte dabei Ergebnisse zu den Zielen und der Zielerreichung der ÖMRs, deren Charakteristika, sowie den Aufgabenbereichen des Managements. Ziel war es, Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zu eruieren. Die Zusammenfassung der Ergebnisse finden sich nachfolgend.

Ziele und Zielerreichung:

Abbildung 1: Umsetzbarkeit genannter Zielbereiche

Der Auf- und Ausbau eines Netzwerks zwischen regionalen Akteuren ist das wichtigste Ziel bei der Bildung/Gründung von ÖMRs und unterstützt das weitere Ziel, regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen. Diese beiden Ziele sind über alle Bundesländer hinweg am bedeutendsten, wenn auch sonst signifikante Unterschiede bestehen.
Die Umsetzbarkeit der Ziele Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsarbeit und Netzwerkaufbau wird als gut, die Steigerung des Bio-Anteils in der Außer-Haus-Verpflegung hingegen als schwierig eingeschätzt. Unterschiede in der Umsetzbarkeit nach Bundesländern sind vorhanden, aber nicht signifikant. Ein negativer Einfluss der Wechselhäufigkeit im Management auf die Umsetzbarkeit des Ziels „Ökolandbau fördern“ wurde festgestellt.
Hinsichtlich der Zielerreichbarkeit sind die Ziele Netzwerkaufbau und Öffentlichkeitsarbeit leicht zu erreichen. Die Steigerung des Bio-Anteils in der Außer-Haus-Verpflegung bleibt hingegen schwierig. Die Unterstützung der Verarbeiter wird von den älteren ÖMRs als schwieriger eingeschätzt als von den jüngeren ÖMRs. Häufige Wechsel im Management beeinträchtigen die Förderung bio-regionaler Wertschöpfungsketten.

Abbildung 2: Hemmnisse der Zielerreichung

Organisatorische und politische Strukturen sowie fehlender politischer Rückhalt sind die größ-ten Hindernisse der Zielerreichung in den ÖMRs, wohingegen die Technische Ausstattung und der Dienstsitz kaum ein Problem darstellen. Je nach Bundesland sind Unterschiede in den Hindernissen vorhanden, so z.B. bezüglich finanzieller Einschränkungen.

Charakterisierung der Öko-Modell- und Bio-Musterregionen:

Abbildung 3: Vorhandensein regionaler Verarbeiter

Die Anbauschwerpunkte sind in den ÖMRs ähnlich, mit signifikanten Unterschieden bei Dauerkulturen und Futtermitteln. Gewürze und Kräuter sowie Obst oder Dauerkulturen sind im ökologischen Anbau der rückgemeldeten Regionen wenig vertreten.

Regionale Bio-Verarbeiter sind kaum vorhanden, allerdings mit sehr starken regionalen Unterschieden bei Milch- und Fleisch Verarbeitern. Die Unterschiede betreffen hierbei vor allem die Regionen und nicht die Bundesländer.

Abbildung 4: Anteil Managerinnen und Manager, die regionale Bio-Produkte/Produzenten an Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung vermitteln konnten, nach Bundesländern

Die Anzahl an Anbietern von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung ist gering, dennoch sind erste Erfolge bei der Vermittlung von Kooperationen durch die ÖMR-Manager*innen erzielt worden. 78 % der befragten ÖMR-Manager*innen konnten eine Zusammenarbeit mit Betrieben der Außer-Haus-Verpflegung vermitteln.

Die Direktvermarktung ist der am intensivsten genutzte Vermarktungsweg, während die Außer-Haus-Verpflegung am wenigsten genutzt wird. Besonders ausgeprägt ist die Direktvermarktung in Baden-Württemberg.

Eine enge Zusammenarbeit wird in den ÖMRs mit verschiedenen Verbünden, Organisationen und Unternehmen gepflegt. Ebenso gibt es eine Vielzahl an Kooperationen, z.B. mit Landschaftspflegeverbänden und Biosphärenreservaten.

Aufgaben des ÖMR-Managements:

Abbildung 5: Unterstützerinnen und Unterstützer des ÖMR-Managements

Die Netzwerkarbeit ist in allen ÖMRs eine zentrale Aufgabe, wobei sonst viele Unterschiede zwischen den Bundesländern bezüglich der Aufgaben bestehen. So ist die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Bayern sehr wichtig, in Hessen jedoch nicht.

Die wichtigste Unterstützungsfunktion des ÖMR-Managements haben in allen Regionen einzelne Produzenten inne. Unterschiede in der Unterstützung des ÖMR-Managements gibt es hingegen bei Dienststellen, Verbänden und regionalen Vertretern. In Baden-Württemberg und Hessen sind Dienststellen die größte Unterstützung, während in Nordrhein-Westfalen Verbände die größte Rolle spielen.

Abbildung 6: Vorhandensein von Hindernissen bei der Ausübung des ÖMR-Managements, aufgesplittet nach Bundesländern

Bei den Hindernissen sind bürokratische Hürden und organisatorische Probleme zuerst zu nennen. Des Weiteren schränken vor allem Personalmangel, finanzielle Einschränkungen oder Kulturelle Barrieren die erfolgreiche Arbeit des Managements ein. Jedoch gibt es auch bei den Hindernissen Unterschiede zwischen den Bundesländern.